Aufbau und/oder Funktion einer Sport Bremsanlage in einem KFZ


Aufbau und/oder Funktion einer Sport Bremsanlage in einem KFZ

Sportbremsanlagen müssen bestimmte Ansprüche erfüllen, die sich nach der zu befahrenden Strecke verändern. Bremsen im Motorsport sind völlig anderen Bedingungen unterlegen als eine Bremse in einem normalen PKW im täglichen Verkehr.

Weiterhin muss differenziert werden zwischen professionellen Sportbremsanlagen in Fahrzeugen, die ausschließlich für Rennzwecke eingesetzt werden und Fahrzeugen mit Straßenzulassung, die aber eine hohe Motorleistung aufweisen.

Eine Bremsanlage für ein Fahrzeug, das für den allgemeinen Straßenverkehr zugelassen ist, muss natürlich die hohe Motorleistung und die damit auftretenden Kräfte bewältigen können, aber auch ein gewisses Mass an Komfort mitbringen.

Diese Bremsanlagen sind ein Kompromiss aus Straße und Rennstrecke.

Bei einer reinen Sportbremsanlage wird kein Wert auf Bremskomfort gelegt. Hier zählen andere Dinge.

Grundsätzlich unterscheidet sich der Aufbau einer Sportbremsanlage zu einer normalen Bremsanlage in nur wenigen Punkten. Gleich ist zum Beispiel die hydraulische Ansteuerung der Bremssättel. Auch Bremsscheiben kommen in beiden Arten von Bremsen zum Einsatz. Die Unterschiede sind zum einen das Material, die Zusatzaggregate und die Möglichkeiten der Einstellung.

Eine Formel 1 Bremsscheibe besteht aus Carbon, sie ist damit extrem leicht und stabil. Diese Stabilität in Verbindung mit hoher Hitzebeständigkeit erlaubt Verzögerungswerte von bis zu 5 g. Ein normaler PKW verzögert bei einer Vollbremsung gerade mal mit 1 g. Formel 1 Renner und moderne Passagierflugzeuge haben eines gemeinsam, Bremsscheiben aus Carbon. Doch solche Bremsscheiben benötigen bestimmte Temperaturen, um effektiv arbeiten zu können. Bei 450 Grad beginnt der optimale Bereich. Die Bremsen eines Straßenfahrzeuges würden in diesem Moment schon bedenklich ihre Farbe verändern.

Damit aber auch Carbonscheiben nicht überhitzen, muss ein ausgeklügeltes System für Kühlung sorgen. In Formel 1 Bremsanlagen werden keine Bremskraftverstärker oder ähnliche Bremshilfen wie ABS verbaut. Der Fahrer alleine muss die notwendige Bremskraft aufbringen. Dies erlaubt aber auch einen wesentlich exakteren Bremspunkt und im richtigen Moment gebremst, kann über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Damit dieser exakte Bremspunkt an alle Räder, vorne wie hinten, genau dosiert ankommt, sind in den Rennfahrzeugen sogenannte Waagebalken verbaut, die auf die Bremszylinder wirken. Mithilfe dieser Waagebalken lassen sich die Bremskräfte stufenlos zwischen Hinter- und Vorderachse verändern und damit wird auf die Stabilität des Fahrzeuges Einfluss genommen.

Die Eigenschaften einer Sportbremsanlage sind nur teilweise Straßentauglich. Es wird immer ein Kompromiss zwischen Kosten, Anwendbarkeit und Komfort sein.

 

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